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Klimaneutralität in Berlin bis 2045 ist möglich – Wie stellt man einen „melting pot“ um auf Grün?

Teil 2 – Sektorenkopplung auf Berlinerisch

Berlin bietet in jeder Hinsicht viel – sei es an Kultur, Politik oder Sport. Das gilt auch beim Thema Energie. Berlin verfügt über eine gut ausgebaute Strom- und Gasnetzinfrastruktur, über Fernwärmesysteme, lokale Heizkraftwerke und Stromerzeugungsanlagen. Zudem ist die Hauptstadt ein Verkehrsknotenpunkt für den Straßen-, Schienen- und Luftverkehr. Die Stadt wächst und damit auch ihr Energiebedarf. Berlin kann nur in der gebotenen Zeit klimaneutral werden, wenn alle vorhandenen Potenziale genutzt und dort sinnvoll ausgebaut und ergänzt werden, wo es der Sektorenkopplung dient. Wasserstoff ist nicht die Lösung für alles. Aber der ergebnisorientierte Einsatz von Wasserstoff würde ganz viele Fragen klären, auf die es ohne Wasserstoff absehbar keine Antworten gibt.


Beispiel Wärmesektor Wärme ist aktuell die höchste CO2-Quelle in Berlin. Vor 2030 wird Berlin mit drei dedizierten Wasserstoffleitungen versorgt werden. Vor einem Jahr galt ein Wasserstoffanschluss bis 2025 (Flutung der Nord Stream-Pipeline mit Wasserstoff) noch als Utopie. Die Realität zeigt nun, dass die Umstellung schneller kommen wird als gedacht. Die Anrainerstaaten der Ostsee (Schweden, Finnland und die Baltischen Republiken) stehen in den Startlöchern. Die Ostsee mit ihrem Windpotenzial bietet diesen Staaten ein Vielfaches ihres Eigenbedarfs an Energie. Sie wissen, dass Deutschland aus Atom und Kohle aussteigt und bereiten sich auf den Export ihrer erneuerbaren Energie vor. Stromkabel werden diesen Windstrom nicht nach Lubmin und Rostock bringen. Dort wo die Anschlüsse sind, wird die erneuerbare Energie der Ostsee in Form von Wasserstoff Deutschland erreichen.

In Berlin werden die KWK-Kraftwerke ihrer Größe nach als erstes angeschlossen. Über den Betrieb der heutigen Erdgas- und Kohlekraftwerke mit nachhaltigem Wasserstoff wird in großen Teilen das Fernwärmenetz dekarbonisiert werden können. In den folgenden Schritten werden einzelne Quartiere mit Wasserstoff versorgt. Das exzellent ausgebaute Berliner Gasnetz kann in weiten Teilen dafür genutzt werden. Die Salzkaverne Rüdersdorf an den Toren Berlins bietet ideale Voraussetzungen, als saisonaler Speicher. Es gibt keine zweite Metropole Europas, der eine vergleichbare Chance geboten wird.

Beispiel Verkehrssektor

Der Verkehr ist neben dem Gebäudesektor das Sorgenkind auf dem Weg zur Klimaneutralität. Auch hier kann Wasserstoff viel bewegen insbesondere im Schwerlastverkehr, in der für Berlin wichtigen Binnenschifffahrt und vor allem auch im Flugverkehr. Am Berlin/Brandenburger Flughafen entsteht neben den oben genannten großen Kraftwerken kurzfristig ein weiterer Wasserstoffhub für die Hauptstadtregion.

Beispiel Wachstum und Zukunftsperspektive

Berlin ist Rekordmeister in Hartz IV und liegt an der Spitze der Arbeitslosenquote. Gerade vor den bevorstehenden Herausforderungen kann es sich kein Land leisten derartig viele Menschen auszugrenzen. Wir haben einen erheblichen Mangel an Arbeitskräften, um die Klimaneutralität und unsere Zukunftssicherheit zu realisieren. Jeder Einzelne wird gebraucht. Andererseits ist Berlin für viele junge Menschen übermäßig attraktiv. Damit die Unternehmer der Zukunft sich auch hier ansiedeln, müssen die Bedingungen stimmen. „Bitte verzichte auf dein Weihnachtsgeschäft unsere Energiekapazitäten reichen gerade nicht, aber Ostern wird es besser“. „Wir müssen alle zur Rettung des Planeten etwas kürzertreten.“ Das ist nicht die Losung für die Zukunft der Hauptstadt der größten Industrienation Europas. Die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft in der Stadt bietet die Chance eines skalierbaren und jederzeit verfügbaren Angebots an klimaneutraler Energie, erforderlich für die Ansiedlung von Unternehmen, für neue resiliente und innovative Arbeitsplätze, für wirtschaftliche Unabhängigkeit, Teilhabe und Sicherheit. Die Energiewende gelingt nur, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Produktion von Wasserstoff gleichzeitig gedacht werden. Die Speicherung und der Transport der erneuerbaren Energien müssen bei deren Entwicklung von Beginn an Teil einer systemischen Lösung sein. Berlin ist bei vielen Themen Vorreiterin und Taktgeberin. Das könnte auch beim Erreichen der Klimaziele passieren, wenn Berlin alles nutzt, was schon da ist und smart ergänzt mit dem, was noch fehlt. Das wäre dann Sektorenkopplung auf Berlinerisch. Lesen Sie auch den ersten Teil "Inventur und Ausgangslage", der Dienstag, 9.5., erschienen ist. Nicht verpassen: Unsere Veranstaltung "WER WIE WASserstoff" am 10. Juni in Berlin. Ein Blogbeitrag in zwei Teilen von Gastautor Dr. Jörg Buisset, Vorstandsvorsitzender H2Berlin e.V. Weitere Informationen finden Sie auf der H2Berlin-Website.










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