Rüsselsheim im Wandel: Wasserstoff-Standort der Zukunft
- Gastautor:in

- 11. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Bei Rüsselsheim am Main denkt man vermutlich zuerst an Autos, Industrie und Montagehallen.
Rüsselsheim ist eine Stadt, die vor allem durch Opel über 160 Jahre lang geprägt wurde von Innovation, Produktion und Mobilität. Genau das ist der Grund, warum hier heute intensiv über Wasserstoff gesprochen wird.
Städte mit industrieller Geschichte wissen meist sehr genau, was Veränderung bedeutet. Und sie wissen auch, dass Zukunft nicht einfach passiert. Man muss anfangen, sie mitzudenken. Genau das passiert in Rüsselsheim gerade.

Die Stadt positioniert sich zunehmend als möglicher Wasserstoffstandort im Rhein-Main-Gebiet. Dafür stellt sie eine klare Frage:
Was braucht es eigentlich, damit Wasserstoff in einer Region wirklich funktionieren kann?
Die Antwort darauf ist komplex. In Rüsselsheim scheinen einige der wichtigsten Bausteine bereits zusammenzukommen.
Ein Wasserstoff-Standort braucht mehr als gute Ideen
Ein Wasserstoffstandort entsteht nicht einfach dadurch, dass irgendwo eine freie Fläche vorhanden ist. Ein Wasserstoffstandort braucht Infrastruktur, Forschung, Industrie, Fachkräfte, Energieversorgung, und Unternehmen, die Anwendungen entwickeln. Und er braucht Menschen, die bereit sind, Transformation nicht nur zu diskutieren, sondern aktiv anzugehen.

Rüsselsheim bringt davon überraschend viel mit:
Lage und Infrastruktur, Flächen, industrielle und technologische Kompetenz sowie Forschungseinrichtungen.
Die Stadt liegt inmitten in der Metropolregion FrankfurtRheinMain - einer der dynamischsten Wirtschaftsregionen Deutschlands - in direkter Nähe zum geplanten Wasserstoffkernnetz.
Die Stadt punktet mit exzellenter Anbindung an den Flughafen Frankfurt, Autobahnen, Schiene und einen eigenen Hafenzugang. Zudem bieten vorhandene Entwicklungs- und Konversionsflächen, Unternehmen, Fachkräfte sowie Forschungseinrichtungen vor Ort für Investoren, Entwickler und Unternehmen ein attraktives Umfeld für Wachstum.

Mit der Hochschule RheinMain verfügt Rüsselsheim bereits heute über Wasserstoffkompetenz vor Ort. Im eigenen Wasserstofflabor wird anwendungsnah geforscht, etwa zu Brennstoffzellentechnologie, Energiespeicherung, Messverfahren oder Komponentenprüfung.
Mit dem Start-up Archigas ist in Rüsselsheim bereits technologische Kompetenz im Bereich Messtechnik und Analyseverfahren vor Ort. Gerade solche spezialisierten Kompetenzen könnten künftig ein wichtiger Teil regionaler Wasserstoff-Ökosysteme werden.
Das macht den Standort nicht nur für klassische Industrieunternehmen interessant, sondern auch für Start-ups, Forschungseinrichtungen, Projektentwickler:innen und Unternehmen.
Eine Stadt mit industrieller DNA im Transformationsprozess
Rüsselsheim ist geprägt durch technologische Entwicklung, industrielle Produktion und Fachkompetenz. Heute steht die Stadt, wie viele andere Industriestandorte, vor der Frage, wie diese Kompetenzen nachhaltig in die Zukunft überführt werden können. Rüsselsheim verfolgt dabei einen glaubwürdigen Ansatz: Die industrielle DNA der Stadt bleibt weiterhin sichtbar.
Wasserstoff spielt dabei in der strategischen Ausrichtung eine wichtige Rolle, als möglicher Baustein für industrielle Transformation, Energiespeicherung, neue Wertschöpfung und technologische Innovation - als Bindeglied für bestehende Branchen und Wirtschaftszweige in Rüsselsheim und der Region.

Rüsselsheim ist noch kein fertiger Wasserstoffstandort. Genau deshalb ist die Entwicklung gerade so spannend. Viele Themen befinden sich im Aufbau und in der Planung; Infrastruktur braucht Zeit; Entscheidungen müssen getroffen werden; Projekte müssen wachsen und Netzwerke aufgebaut werden.
Noch sind Fragen offen: etwa beim Ausbau der künftigen Energieversorgung, bei der Infrastruktur und den Netzen. Aber die Richtung ist sichtbar.
Die Stadt denkt Wasserstoff inzwischen nicht mehr nur als abstrakte Zukunftstechnologie, sondern zunehmend als Teil einer möglichen wirtschaftlichen Perspektive.
Claudia C. Gotz, Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung, drückt es wie folgt aus: „Transformation gelingt dort am besten, wo Forschung, Industrie und Praxis eng zusammenarbeiten. Wasserstoff ist für uns kein Zukunftsthema für irgendwann. Wir wollen heute die Voraussetzungen schaffen, damit morgen neue Wertschöpfung entstehen kann.“
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem entschieden wird, welche Städte künftig zu den Gewinnern industrieller Transformation gehören. Und vielleicht gehört Rüsselsheim dazu.
Denn Wasserstoff entsteht nicht nur in Laboren oder politischen Strategien, sondern dort, wo Städte anfangen, Zukunft weiterzudenken.
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Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Jeanette Kehrein und Dustin Metz, beide Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung der Stadt Rüsselsheim.





