Wenn Bürger Wasserstoff machen
- Gastautor:in

- 9. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Wer einmal durch Nordfriesland gefahren ist, kennt das Bild: Weite Landschaften, frische Brise und Windräder, die sich ruhig am Himmel drehen. Wind gibt es hier reichlich. Strom manchmal sogar mehr, als das Netz aufnehmen kann.
Genau hier beginnt eine spannende Geschichte. Eine Geschichte über Menschen, die sich gedacht haben: Warum nutzen wir diese Energie nicht einfach selbst weiter?
So entstand die Grenzland Bürgerenergie eG – eine Genossenschaft aus Schleswig-Holstein, in der Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Energieprojekte entwickeln. Das Besondere: Hier geht es nicht nur um Strom aus Wind und Sonne, sondern auch um grünen Wasserstoff.
Bürgerenergie – Energiewende mit vielen Köpfen
Eine Genossenschaft funktioniert ein bisschen wie eine große Gemeinschaftsidee: Viele Menschen beteiligen sich, investieren gemeinsam und entscheiden mit.
Bei der Grenzland Bürgerenergie bedeutet das: Jede Person über 18 Jahren aus Schleswig-Holstein kann Mitglied werden.
Damit wird die Energiewende plötzlich sehr konkret – und sehr regional.
„Die Energiewende funktioniert am besten, wenn Menschen vor Ort sie mitgestalten können“, sagt Reinhard Christiansen von der Grenzland Bürgerenergie eG.
Aus vielen einzelnen Mitgliedern entsteht so eine starke Gemeinschaft, die gemeinsam an der Energiezukunft arbeitet.
Wenn Wind und Sonne zu Wasserstoff werden
Nordfriesland ist ein echtes Kraftzentrum für erneuerbare Energie. Windparks und Solaranlagen erzeugen hier große Mengen Strom. Manchmal sogar mehr, als gerade gebraucht wird.

Statt diese Energie ungenutzt zu lassen, wird sie bei der Grenzland Bürgerenergie in Wasserstoff umgewandelt. Das passiert durch ein Verfahren namens Elektrolyse. Dabei wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt. Der Wasserstoff kann anschließend gespeichert und später genutzt werden – zum Beispiel für Industrie, Mobilität oder Energieversorgung. Das Besondere dabei: Der Wasserstoff ist zu 100 % grün.
„Unser Wasserstoff entsteht ausschließlich aus unserem eigenen erneuerbaren Strom“, erklärt Reinhard Christiansen. „Damit bleibt die Energie wirklich klimafreundlich.“
Zukunftstechnologie trifft Bürgerenergie
Wasserstoff wird oft mit großen Industrieprojekten verbunden. Mit riesigen Anlagen und internationalen Energieplänen. Das Projekt in Nordfriesland zeigt jedoch: Auch Bürger können Teil dieser Zukunftstechnologie sein.
Genossenschaften wie die Grenzland Bürgerenergie verbinden zwei wichtige Ideen der Energiewende:
regionale Beteiligung
innovative Technologie
„Wasserstoff ist nicht nur ein Thema für Industrie und Politik“, sagt Reinhard Christiansen. „Auch Regionen können hier aktiv Zukunft gestalten.“
Die Energiewende beginnt vor der Haustür
Die Energiewende wirkt manchmal wie ein großes, abstraktes Projekt. Doch Projekte wie dieses zeigen: Sie beginnt oft ganz lokal.
Dort, wo Menschen zusammenkommen, Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Oder anders gesagt: Wenn Wind, Sonne und engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammenarbeiten, entsteht mehr als nur Energie.
Es entsteht Zukunft aus der Region.
"Wasserstoff - Sauber in die Zukunft" - das ist der Titel der Veranstaltung, die das Team von Grenzland Bürgerenergie am 24. Juni im Rahmen der WOCHE DES WASSERSTOFFS in Westre durchführen. Gestartet wird um 13 Uhr. Alle Details zur Veranstaltung finden Sie hier.
Grenzland Bürgerenergie freut sich über viele Wissbegierige, zukünftige Mitmacher:innen und Gäste von nah und fern. Wichtig: Anmelden nicht vergessen.
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Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Vera Ebsen und Reinhard Christiansen, beide Grenzland Bürgerenergie eG.








