Vorlesungsende? Von wegen!
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Warum Prof. Wilhelm Hannibal (im Ruhestand) sich weiter für den Ausbau der Wasserstofftechnologien engagiert

Was macht eigentlich ein Professor, wenn die letzte Vorlesung gehalten ist? Bücher schreiben? Den Garten pflegen? Mehr Zeit für die Familie?
Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Hannibal hat sich u.a. für einen anderen Weg entschieden. Er gibt sein Wissen weiter. Nicht mehr ausschließlich im Hörsaal, sondern überall dort, wo Menschen mehr über Wasserstoff erfahren möchten.
Denn für ihn ist klar: Die Energiewende braucht nicht nur neue Wasserstofftechnologien – sie braucht vor allem Menschen, die sie verstehen und damit das Vertrauen in die Wasserstofftechnik bekommen.
“Wenn wir den Klimawandel und die Erderwärmung in den Griff bekommen wollen, kommen wir um Wasserstoff nicht herum”, so Prof. Hannibal.
©Wilhelm Hannibal | Hannibal bei seinem Hobby: Skulpturen aus Corteenstahl herstellen
Über viele Jahre hat Wilhelm Hannibal als Professor gelehrt, geforscht und junge Ingenieurinnen und Ingenieure ausgebildet. Heute ist er zwar nicht mehr im aktiven Hochschuldienst, doch von Ruhestand kann kaum die Rede sein. Als Ingenieur, Referent und Inhaber von zwei Consultingunternehmen beschäftigt er sich weiterhin intensiv mit Wasserstoff und dessen Anwendung in Industrie, Mobilität und Energieversorgung.

Besonders sichtbar wird dieses Engagement in seiner Ringvorlesung zum Thema “Wasserstofftechnologien”. Wer erwartet, dort mit Formeln und Fachbegriffen überhäuft zu werden, wird überrascht. Wilhelm Hannibal gelingt etwas, das in technischen Themen nicht selbstverständlich ist: Er erklärt komplexe Zusammenhänge verständlich und nachvollziehbar.

In der Ringvorlesung referieren Vertreter:innen aus Forschung , Industrie und Politik. Dabei geht es nicht nur um Elektrolyse, Brennstoffzellen oder Infrastruktur. Die Ringvorlesung zeigt auch, warum Wasserstoff überhaupt gebraucht wird, welche Chancen die Technologie bietet und welche Herausforderungen noch vor uns liegen. Schritt für Schritt entsteht so ein Gesamtbild – verständlich für Studierende ebenso wie für Fachleute und alle, die sich einfach für das Thema interessieren.

Genau diese Art der Wissensvermittlung ist heute wichtiger denn je. Wasserstoff wird häufig als Schlüssel für eine klimafreundliche Industrie, den Schwerlastverkehr oder die Speicherung erneuerbarer Energien genannt. Gleichzeitig kursieren viele Fragen, Missverständnisse und Halbwahrheiten. Wer Orientierung geben möchte, braucht Fachwissen – und die Fähigkeit, dieses verständlich zu vermitteln.
Und hier setzt Hannibal an. In seinen Vorträgen, Veröffentlichungen und digitalen Formaten macht er deutlich, dass Wissen dann seinen größten Wert entfaltet, wenn es geteilt wird. Sein Ziel ist nicht, zu beeindrucken, sondern zu erklären, nicht zu vereinfachen, sondern verständlich zu machen.
©Wilhelm Hannibal | Bei der Aufnahme einer Ringvorlesung
Das passt hervorragend zur Idee der WOCHE DES WASSERSTOFFS. Auch hier geht es darum, Wasserstoff erlebbar zu machen, Fragen zuzulassen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Denn der Hochlauf einer neuen Technologie entscheidet sich nicht allein in Laboren oder Unternehmen. Er gelingt nur dann, wenn möglichst viele Menschen verstehen, worum es geht.
Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieser Geschichte: Ein Professor hört irgendwann auf zu lehren – aber nicht unbedingt damit, Wissen weiterzugeben.
Oder, um es anders zu sagen: Der Hörsaal ist kleiner geworden. Das Publikum dafür umso größer.
3 Fragen an Wilhelm Hannibal:
Was fasziniert dich bis heute an Wasserstoff?
Langfristig können wir in Europa in der Energieversorgung nicht auf Wasserstoff verzichten. Mit Wasserstoff werden komplett neue Industriezweige und Arbeitsplätze entstehen. International stehen wir in Deutschland in einem harten Wettbewerb, insbesondere aus Fernost. Einige Unternehmen haben das erkannt und sind schon sehr gut im Bereich der Transformation hin zu alternativen und weg von fossilen Energieträgern unterwegs.
Welche Frage wird dir am häufigsten gestellt?
Wie kann man die Politik intensiver motivieren, die Transformation zu Wasserstofftechnologien hin zu beschleunigen?
Was wünschst du dir für den Wasserstoff-Hochlauf in zehn Jahren?
Dass die chemische Industrie und die StahIproduktion in Deutschland zum großen Teil auf Wasserstoff als Energieträger transformiert wurden. Damit können Unmengen an CO2-Emissionen vermieden werden. Neben elektrisch betriebenen Fahrzeugen sollte der Verbrennungsmotor mit E-Fuels betrieben werden. Nutzfahrzeuge können statt mit fossilen Brennstoffen mit der Direktverbrennung von Wasserstoff betrieben werden. All diese Maßnahmen tragen in der Mobilität zur Defossilisierung bei.
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Dieser Beitrag wurde von Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Hannibal (Professor im Ruhestand | ibh - Ingenieurbüro böckmann-hannibal) zur Verfügung gestellt.
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