Suchergebnisse
Diese Website durchsuchen
130 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Vorlesungsende? Von wegen!
Warum Prof. Wilhelm Hannibal (im Ruhestand) sich weiter für den Ausbau der Wasserstofftechnologien engagiert ©Wilhelm Hannibal | Hannibal bei seinem Hobby: Skulpturen aus Corteenstahl herstellen Was macht eigentlich ein Professor, wenn die letzte Vorlesung gehalten ist? Bücher schreiben? Den Garten pflegen? Mehr Zeit für die Familie? Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Hannibal hat sich u.a. für einen anderen Weg entschieden. Er gibt sein Wissen weiter. Nicht mehr ausschließlich im Hörsaal, sondern überall dort, wo Menschen mehr über Wasserstoff erfahren möchten. Denn für ihn ist klar: Die Energiewende braucht nicht nur neue Wasserstofftechnologien – sie braucht vor allem Menschen, die sie verstehen und damit das Vertrauen in die Wasserstofftechnik bekommen. “Wenn wir den Klimawandel und die Erderwärmung in den Griff bekommen wollen, kommen wir um Wasserstoff nicht herum”, so Prof. Hannibal. ©Wilhelm Hannibal | Hannibal bei seinem Hobby: Skulpturen aus Corteenstahl herstellen Über viele Jahre hat Wilhelm Hannibal als Professor gelehrt, geforscht und junge Ingenieurinnen und Ingenieure ausgebildet. Heute ist er zwar nicht mehr im aktiven Hochschuldienst, doch von Ruhestand kann kaum die Rede sein. Als Ingenieur, Referent und Inhaber von zwei Consultingunternehmen beschäftigt er sich weiterhin intensiv mit Wasserstoff und dessen Anwendung in Industrie, Mobilität und Energieversorgung. ©Wilhelm Hannibal | Ausschnitte Ringvorlesung von der Playlist auf YouTube Besonders sichtbar wird dieses Engagement in seiner Ringvorlesung zum Thema “Wasserstofftechnologien”. Wer erwartet, dort mit Formeln und Fachbegriffen überhäuft zu werden, wird überrascht. Wilhelm Hannibal gelingt etwas, das in technischen Themen nicht selbstverständlich ist: Er erklärt komplexe Zusammenhänge verständlich und nachvollziehbar. ©Wilhelm Hannibal | Prof. Koch von dem KIT Karlsruher Institut für Technologie im Vorgespräch zur Vorlesung von Prof. Koch in Karlsruhe In der Ringvorlesung referieren Vertreter:innen aus Forschung , Industrie und Politik. Dabei geht es nicht nur um Elektrolyse, Brennstoffzellen oder Infrastruktur. Die Ringvorlesung zeigt auch, warum Wasserstoff überhaupt gebraucht wird, welche Chancen die Technologie bietet und welche Herausforderungen noch vor uns liegen. Schritt für Schritt entsteht so ein Gesamtbild – verständlich für Studierende ebenso wie für Fachleute und alle, die sich einfach für das Thema interessieren. ©Wilhelm Hannibal | Ausschnitt aus der Einführungsvorlesung von Hannibal Genau diese Art der Wissensvermittlung ist heute wichtiger denn je. Wasserstoff wird häufig als Schlüssel für eine klimafreundliche Industrie, den Schwerlastverkehr oder die Speicherung erneuerbarer Energien genannt. Gleichzeitig kursieren viele Fragen, Missverständnisse und Halbwahrheiten. Wer Orientierung geben möchte, braucht Fachwissen – und die Fähigkeit, dieses verständlich zu vermitteln. Und hier setzt Hannibal an. In seinen Vorträgen, Veröffentlichungen und digitalen Formaten macht er deutlich, dass Wissen dann seinen größten Wert entfaltet, wenn es geteilt wird. Sein Ziel ist nicht, zu beeindrucken, sondern zu erklären, nicht zu vereinfachen, sondern verständlich zu machen. ©Wilhelm Hannibal | Bei der Aufnahme einer Ringvorlesung Das passt hervorragend zur Idee der WOCHE DES WASSERSTOFFS. Auch hier geht es darum, Wasserstoff erlebbar zu machen, Fragen zuzulassen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Denn der Hochlauf einer neuen Technologie entscheidet sich nicht allein in Laboren oder Unternehmen. Er gelingt nur dann, wenn möglichst viele Menschen verstehen, worum es geht. Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieser Geschichte: Ein Professor hört irgendwann auf zu lehren – aber nicht unbedingt damit, Wissen weiterzugeben. Oder, um es anders zu sagen: Der Hörsaal ist kleiner geworden. Das Publikum dafür umso größer. 3 Fragen an Wilhelm Hannibal: Was fasziniert dich bis heute an Wasserstoff? Langfristig können wir in Europa in der Energieversorgung nicht auf Wasserstoff verzichten. Mit Wasserstoff werden komplett neue Industriezweige und Arbeitsplätze entstehen. International stehen wir in Deutschland in einem harten Wettbewerb, insbesondere aus Fernost. Einige Unternehmen haben das erkannt und sind schon sehr gut im Bereich der Transformation hin zu alternativen und weg von fossilen Energieträgern unterwegs. Welche Frage wird dir am häufigsten gestellt? Wie kann man die Politik intensiver motivieren, die Transformation zu Wasserstofftechnologien hin zu beschleunigen? Was wünschst du dir für den Wasserstoff-Hochlauf in zehn Jahren? Dass die chemische Industrie und die StahIproduktion in Deutschland zum großen Teil auf Wasserstoff als Energieträger transformiert wurden. Damit können Unmengen an CO2-Emissionen vermieden werden. Neben elektrisch betriebenen Fahrzeugen sollte der Verbrennungsmotor mit E-Fuels betrieben werden. Nutzfahrzeuge können statt mit fossilen Brennstoffen mit der Direktverbrennung von Wasserstoff betrieben werden. All diese Maßnahmen tragen in der Mobilität zur Defossilisierung bei. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag wurde von Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Hannibal (Professor im Ruhestand | ibh - Ingenieurbüro böckmann-hannibal) zur Verfügung gestellt. Kontakt LinkedIn Zur Website Wilhelm Hannibal Zum YouTube-Kanal Wilhelm Hannibal und Ringvorlesung
- H2HUB in Sachsen-Anhalt: Wasserstoff braucht Wissen
Wie die Lernallianz „H2HUB in Sachsen-Anhalt“ den Wasserstoffhochlauf unterstützt Wasserstoff-BHV-7320 ©Jens Lehmkühler U Research Alliance Wasserstoff braucht Infrastruktur – aber auch Menschen, die sie planen, betreiben, erklären und weiterentwickeln. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Technologie, Bildung und regionalem Wandel setzt die Lernallianz H₂HUB in Sachsen-Anhalt an. Denn für den Wasserstoffhochlauf braucht es nicht nur Investitionen, sondern auch Fachkräfte, praxisnahes Wissen und Angebote, die neue Technologien verständlich erklären. Die Lernallianz bringt dafür Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Warum Sachsen-Anhalt eine Schlüsselrolle spielt Sachsen-Anhalt und Mitteldeutschland bringen starke Voraussetzungen für den Wasserstoffhochlauf mit: eine etablierte Industrie, konkrete Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette – zum Beispiel die chemische Industrie, Raffinerien und das Wasserstoffkernnetz – und eine leistungsfähige Energieinfrastruktur (r2b energy consulting GmbH, 2023). Fachkräftebedarf für den Wasserstoffhochlauf Aktuelle Studien zeigen: Der Bedarf an Fachkräften wächst deutlich. Gleichzeitig wird deutlich, dass Weiterbildungsangebote und Qualifizierungsstrukturen noch besser abgestimmt und für unterschiedliche Zielgruppen zugänglicher gemacht werden müssen (Schur et al., 2026; Fraunhofer IMW, HYPOS e. V., & Revierwende, 2024). Weiterbildung und Wissenstransfer sind damit keine Ergänzung, sondern eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Wasserstoffhochlauf. Wie kommt Wasserstoffkompetenz schnell dorthin, wo sie gebraucht wird? Das H₂HUB in Sachsen-Anhalt bündelt Kompetenzen und bringt Wissen durch seine vielfältigen Angebote aktiv in die Anwendung. Die Angebote richten sich an Fach- und Führungskräfte, Studierende, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler oder die interessierte Öffentlichkeit. Wasserstoff wird in konkreten Lern- und Anwendungssituationen erfahrbar gemacht – zum Beispiel in Weiterbildungen, im Bildungslabor, in Bürgerdialogen oder über digitale Lernwelten. Vernetzungstreffen | ©Michael Palatini Die Angebote des H₂HUB in Sachsen-Anhalt umfassen unter anderem: Aus- und Weiterbildung durch berufsbegleitende Weiterbildungsformate, die Fachkräfte gezielt qualifizieren Bildungspartnerschaften mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, um Wissen direkt in die Praxis zu bringen Summer Schools und hybride Formate, die den Einstieg in die Berufswelt erleichtern Praxisnahe Studienangebote und gemeinsame Module, die Studierende frühzeitig an reale Anwendungsfelder der Wasserstoffwirtschaft heranführen Schulische Angebote, die früh für MINT-Berufe begeistern Bürgerdialoge, Demonstratoren, Bildungslabore und digitale Lernwelten, die Wasserstoff verständlich machen Wasserstoff erleben: Veranstaltungen im Überblick Wie praxisnah dieser Ansatz ist, zeigen die aktuellen Angebote des H₂HUB: 14.10.2026–27.01.2027 | Ringvorlesung „Update Energie“ Ort: Magdeburg Zeit: jeweils 15:15–17:00 Uhr Format: Veranstaltungsreihe im Wintersemester Link: OVGU - Ringvorlesung zum Thema „Update Energie“ → Einblicke in aktuelle Entwicklungen im Wintersemester 05.11.2026 | 4. Netzwerktreffen der Hochschule Anhalt Ort: Köthen Format: Austausch- und Vernetzungsveranstaltung Link: Netzwerktreffen - H2HUB | Hochschule Anhalt → Austausch und Vernetzung Laufendes Sommersemester | Mastermodul „Wasserstoff als Energieträger der Zukunft“ Ort: Hybrid Link: OVGU - Master-Modul „Wasserstoff als Energieträger der Zukunft“ baut Brücken zwischen Hochschulen in Sachsen-Anhalt → Gemeinsames Lehrangebot aller Partner Serious Games | ©Michael Palatini Darüber hinaus ist das H₂HUB 2026 auf weiteren Veranstaltungen präsent, darunter das Macher-Festival, der 1. Ostdeutsche Wasserstoffkongress und das Silbersalzfestival. Die Mitglieder der Lernallianz H₂HUB in Sachsen-Anhalt sind ... das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES, das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, die Hochschule Anhalt, die Hochschule Merseburg und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Ein Beitrag zur Zukunft der Region Die WOCHE DES WASSERSTOFFS macht jährlich seit 2019 sichtbar, wie vielfältig die Wasserstoffzukunft in Deutschland bereits gestaltet wird. Der erfolgreiche Hochlauf ist dabei nicht nur eine Frage von Technologie und Infrastruktur, sondern auch von Bildung, Kooperation und regionaler Verankerung. Wer Wasserstoff in die Anwendung bringen will, muss Wissen zugänglich machen, Kompetenzen aufbauen und Räume schaffen, in denen Menschen den Wandel mitgestalten können. Genau hier setzt die Lernallianz an, nicht mit abstrakten Versprechen, sondern mit Formaten, die Forschung, Praxis und Gesellschaft miteinander ins Gespräch bringen sollen. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag wurde von Dorothee Wehrmann und Yvonne Peters vom Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES zur Verfügung gestellt. Mehr Infos und Aktuelles gibt es auf den Websites der Mitglieder der Lernallianz H₂HUB in Sachsen-Anhalt (im Text bereits verlinkt) und in den LinkedIn-Profilen: Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS Hochschule Anhalt Hochschule Merseburg und Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie Hochschule Anhalt | Weiterbildungszentrum Quellen r2b energy consulting GmbH, Gutachten Strategische Umsetzung der Landeswasserstoffstrategie des Landes Sachsen-Anhalt Im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt (MWU), Köln, 2023. Online: Endbericht_Gutachten_Landeswasserstoffstrategie.pdf Schur, Alexander Christian; Mönnig, Anke; Ronsiek, Linus; Schneemann, Christian; Zenk, Johanna; Schroer, Jan Philipp: Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot entlang der Wertschöpfungskette „Wasserstoff“ - Szenario-v3.0: Abschlussbericht der zweiten Projektphase. Version 1.0 Bonn, 2026. Online: https://res.bibb.de/vet-repository_784356 Fraunhofer IMW, HYPOS e. V., & Revierwende, Bestandsaufnahme zum Qualifizierungsbedarf in der mitteldeutschen Wasserstoffwirtschaft, Berlin, 2024. Online: revierwende.de
- Wo der Wind zur Zukunft wird: H2-Ostfriesland und der Anfang einer Wasserstoff-Reise
Wer schon einmal an der Nordseeküste gestanden hat, kennt das Gefühl. Der Wind ist einfach da: mal sanft, mal kräftig. Mal willkommen, mal etwas nervig. Seit Jahrhunderten prägt er das Leben in Ostfriesland. Heute kann genau dieser Wind dabei helfen, die Energieversorgung von morgen mitzugestalten. Denn während wir Windräder oft nur als Stromlieferanten wahrnehmen, steckt in ihnen noch viel mehr Potenzial. Und genau das ist die Geschichte von H2- Ostfriesland. Oder anders gesagt: Hier beginnt die Reise des Wasserstoffs. Ostfriesland: Energie ist hier zu Hause Ostfriesland gilt seit vielen Jahren als eine der wichtigsten Regionen für erneuerbare Energien in Deutschland. Windenergieanlagen, umgangssprachlich Windräder genannt, gehören hier längst zum Landschaftsbild. Was für Besucherinnen und Besucher manchmal ungewöhnlich aussieht, ist für viele Menschen vor Ort Teil des Alltags. Zwischen Deichen, Küste und weiten Landschaften wird bereits heute ein bedeutender Teil der erneuerbaren Energie erzeugt, die Deutschland für seine Energiewende benötigt. So produziert die Region Ostfriesland schon heute mehr Strom aus Erneuerbaren Energien (EE) als vor Ort verbraucht wird. Doch obwohl - oder gerade weil - der Wind in Ostfriesland deutlich stärker und häufiger weht als im bundesweiten Durchschnitt, stehen Windräder regelmäßig still. Die Stromnetze können diese enormen Mengen an Energie schlichtweg nicht aufnehmen. Was in Ostfriesland fehlt, ist also kein Wind. Was fehlt, ist ein Weg, die Energie aus dem Wind zu speichern und dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird. Eine Lösung könnte Wasserstoff sein. Die WOCHE DES WASSERSTOFFS 2026 ist deshalb ein guter Anlass, den Blick auf Ostfriesland zu richten. Grenzüberschreitend Ideen entwickeln auf der Hydrogen Cross Border Conference | ©Landkreis Aurich Vom Wind zum Wasserstoff Keine Sorge liebe Leser und Leserinnen, es wird jetzt nicht kompliziert oder mega-technisch. Wir probieren es ganz vereinfacht: Bei der Elektrolyse wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Damit wird aus Windenergie etwas, das transportiert, über einen längeren Zeitraum gespeichert und später genutzt werden kann. Für die Industrie, für die Mobilität und für die Energieversorgung. Aus Wind wird damit also ein Energieträger. Weil das enorm wichtig ist, u.a. für die Energie- und Klimawende, steht Ostfriesland als Energiewenderegion beispielhaft für eine klimaneutrale Zukunft. Landschaft Ihlow | ©Landkreis Aurich Mehr als nur Windräder Wer Wasserstoff sagt, denkt heute oft zuerst an Technik. An Anlagen, Leitungen oder große Industrieprojekte. In Ostfriesland geht es um etwas Größeres. Es geht um die Frage, wie Regionen ihre natürlichen Stärken nutzen können. Der Wind ist bereits da. Die Erfahrung mit erneuerbaren Energien ebenfalls. Hinzu kommen die Unternehmen, Kommunen, Forschungseinrichtungen und Netzwerke, die gemeinsam daran arbeiten, neue Möglichkeiten zu schaffen. H2-Ostfriesland bringt genau diese Akteurinnen und Akteure zusammen. Denn Energiesysteme sind niemals in sich geschlossen, sie stehen immer in Wechselwirkung mit überregionalen Systemen und wiederum deren Akteurinnen und Akteuren. In Ostfriesland ist man deshalb davon überzeugt, dass die Energiewende nur gemeinsam gelingen kann. ©Ludwig Freytag | Blick auf die Baustelle in Emden: Hier entsteht eine 320-Megawatt-Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff. Das EWE-Projekt zählt zu den größten Wasserstoffvorhaben Europas. Und wie sieht das konkret aus? Natürlich endet die Geschichte nicht an der Küste. Was in Ostfriesland entsteht, soll auch dort genutzt werden. Nur so kann die Region wirtschaftlich von der Energiewende profitieren. Einen großen ersten Aufschlag hat die EWE AG mit ihrem 320MW-Elektrolyse-Projekt in Emden gemacht. Ab Ende 2027 soll hier grüner Wasserstoff produziert werden. Ein Meilenstein für die ostfriesische Wasserstoffwirtschaft. So soll die 320-Megawatt-Wasserstoff-Erzeugungsanlage von EWE in Emden nach Fertigstellung aussehen. Das Projekt ist Teil des IPCEI-Vorhabens „Clean Hydrogen Coastline“. | ©EWE Und wohin dann mit dem produzierten Wasserstoff? In den unterirdischen Speichern in Friedeburg, Jemgum und Krummhörn kann er zunächst einmal gespeichert werden. Dass das tatsächlich möglich und keine Science Fiction ist, zeigen erfolgreich abgeschlossene Projekte, etwa H2Cast (Storag Etzel GmbH) oder Hydrogen Pilot Cavern Krummhörn (Uniper SE). Große Leitungsprojekte hiesiger und überregionaler Energieversorger bringen den Wasserstoff dafür von A nach B. Beispielsweise wird der von Open Grid Europe GmbH (OGE) geplante Nordsee-Ruhr-Link (NRL) in großen Teilen durch Ostfriesland verlaufen und ist ein Bestandteil des überregionalen H2ercules-Projektes. Regionale Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff ergeben sich vor allem zunächst in der Mobilität: im öffentlichen Personennahverkehr und für schwere Nutzfahrzeuge. Die Emder Score GmbH nimmt 2026 die drei ersten H2-Tankstellen in der Region in Betrieb: In Emden, Nortmoor und Schortens können künftig nicht nur Benzin und Diesel, sondern auch Wasserstoff getankt werden. So wird nicht nur ein überregionales Leitungsnetz zum Transport von Wasserstoff geschaffen, sondern gemeinsam mit weiteren Partnern auch eine durchgängige Tankstelleninfrastruktur durch den gesamten Nordwesten von Lingen bis Cuxhaven aufgebaut. Wissenschaftlich begleitet wird die Energiewende in der Region von der Hochschule Emden-Leer. Die Hochschule bietet unter anderem mit ihrem HyLab eine Laborinfrastruktur im Bereich Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen und -Elektrolyse. Hier wird zum Beispiel daran geforscht, wie begrenzt verfügbare Materialien (zum Beispiel Platin) verringert oder substituiert werden können. Man sieht deutlich: Erst zusammen entsteht ein System. Und genau deshalb ist die Zusammenarbeit der drei Regionen so wichtig. Kooperationsbündnis im Nordwesten fokussiert Wasserstoffantriebe | @Scheer Fotografie „Die Energiewende hat eine Adresse: Ostfriesland".“ Die Voraussetzungen stimmen: Erneuerbare Energien im Überfluss, Infrastruktur mit Leitungen, Speichern und Hafenanbindung sowie die richtigen Partner. Unsere Aufgabe ist es nun, die Puzzleteile zusammenzubringen und Ostfriesland als leistungsstarken Wasserstoffstandort im Nordwesten zu etablieren. Birte Ricklefs, Landkreis Aurich, Geschäftsstellenleiterin "H2-Ostfriesland" Weiter geht’s – nur wie? Die kurze Antwort lautet: Mit (hoffentlich viel) Rückenwind. Viele Ideen befinden sich noch in der Entwicklung. Andere werden bereits konkret geplant oder umgesetzt. Manche Projekte stehen noch ganz am Anfang, andere zeigen schon heute, welches Potenzial in der Region steckt. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Schlagzeilen zu produzieren. Es geht darum, Schritt für Schritt eine Infrastruktur aufzubauen, die auch in zehn oder zwanzig Jahren noch trägt. Ostfriesland bringt dafür etwas mit, das sich nicht planen oder bauen lässt: Eine natürliche Stärke, die seit Jahrhunderten vorhanden ist – den Wind. Und vielleicht wird genau daraus einer der wichtigsten Bausteine der Energieversorgung von morgen. Drei Regionen. Eine gemeinsame Idee. Mit diesem Beitrag endet unsere kleine Reise durch den Nordwesten. Die Metropolregion Nordwest zeigt, wie Vernetzung gelingt. Das Emsland zeigt, wie Wasserstoff praktisch umgesetzt werden kann. Und Ostfriesland zeigt, wo vieles seinen Anfang nimmt. Gemeinsam erzählen die drei Regionen eine Geschichte, die gerade erst beginnt. Eine Geschichte über Zusammenarbeit, Innovation und die Frage, wie wir Energie künftig denken wollen. Die drei Blogbeiträge finden Sie hier: Warum der Nordwesten beim Wasserstoff vorne ist Das Emsland und die Wasserstoff-Zukunft zum Anfassen: Hier wird aus Idee Realität Wo der Wind zur Zukunft wird: H2-Ostfriesland und der Anfang einer Wasserstoff-Reise Neugierig geworden? Die #WOCHE DES WASSERSTOFFS zeigt auch dieses Jahr, wie vielfältig Wasserstoff gedacht und umgesetzt wird – inbesondere im Nordwesten Deutschlands. Eine der Veranstaltungen ist: WiRe goes Berlin! am 22. und 23. Juni in Berlin. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit der Unterstützung von Birte Ricklefs (H2-Region Ostfriesland). von Melanie Büld, Esther Gebert und Dr. Tim Husmann (alle H2-Region Emsland) sowie Nicola Illing und Dr. Janka Wagner (beide Metropolregion Nordwest). Mehr Infos und Aktuelles gibt es auf den Websites der drei Regionen (im Text bereits verlinkt) und bei LinkedIn: Metropolregion Nordwest, H2-Region Emsland, Landkreis Aurich.
- Warum der Nordwesten beim Wasserstoff vorne ist
Stell dir vor, Energie entsteht genau dort, wo sie gebraucht wird. Und sie ist speicherbar, transportierbar und vielseitig einsetzbar. Das klingt für dich nach Science Fiction oder weit entfernter Zukunft? Im Nordwesten Deutschlands ist das längst mehr als nur eine Idee. Der Nordwesten – mehr als nur eine Region Zwischen Küste, Industrie und innovativen Köpfen entsteht gerade etwas, das größer ist als einzelne Projekte. Der Nordwesten Deutschlands entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem echten Wasserstoff-Hotspot. Hier trifft viel Wind auf viel Erfahrung. Hier gibt es Platz für neue Ideen und gleichzeitig die Infrastruktur, um sie umzusetzen. Genau diese Mischung macht den Unterschied aus: Aus dieser Mischung entstehen echte Projekte und Maßnahmen. Eine Akteurin in dieser national bedeutsamen Wasserstoffregion ist die Metropolregion Nordwest. © Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten e.V. Sie steht für die Unterstützung und Förderung regionaler Aktivitäten zur Erhöhung der regionalen Sichtbarkeit, der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit sowie der Lebensqualität, für die länderübergreifende regionale Zusammenarbeit und für Vernetzung. Knapp 2,8 Millionen Menschen leben in der Metropolregion Nordwest auf einer Fläche von knapp 14.000 km² zwischen der Nordsee und dem Teutoburger Wald. Elf Landkreise, fünf kreisfreie Städte, drei Industrie- und Handelskammern sowie die beiden Bundesländer Bremen und Niedersachsen haben sich im Verein Metropolregion Nordwest zusammengeschlossen, um die Region gemeinsam zukunftsfest zu gestalten. Um die Wasserstoffwirtschaft gemeinsam mit den regionalen Akteurinnen und Akteuren voranzubringen und die dafür erforderlichen fachlichen sowie kooperativen Strukturen aufzubauen, sind die gewachsenen, vertrauensbasierten Netzwerke innerhalb der Metropolregion von entscheidender Bedeutung. Sie bilden das Fundament für das gemeinsame Ziel: den Nordwesten Deutschlands als europaweit und international führende Wasserstoffregion zu etablieren. Drei Regionen, drei Stärken Was den Nordwesten so besonders macht? Es ist der Schulterschluss dreier Kooperationsstrukturen auf Augenhöhe: der Metropolregion Nordwest gemeinsam mit der H2-Region Emsland und der H2-Region Ostfriesland. Das liest sich, als ob das selbstverständlich wäre, ist es allerdings nicht. Und genau deshalb ist es so spannend. Was bedeutet das konkret mit Blick auf Wasserstoff? Wasserstoff ist kein Selbstzweck. Es geht nicht einfach darum, etwas „Neues“ zu bauen oder neue Technologien anzuwenden; es geht darum, Lösungen zu schaffen. Im Nordwesten bedeutet das zum Beispiel: Energie aus Wind sinnvoll zu speichern Industrie klimafreundlicher zu machen neue Wertschöpfung in der Region zu halten Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen Aber es bedeutet auch, Akteurinnen und Akteure zusammenzubringen. Und das tut die Metropolregion Nordwest unter anderem durch die Unterstützung regionaler Transferformate oder die Förderung kooperativer Projektansätze, wie beispielsweise das Projekt BDSALgreenH2 zur Erzeugung von salzarmem Meerwasser für die grüne Wasserstoffindustrie oder mit der Vorstudie zur Definition der Prozessparameter eines neuartigen emissionsfreien H2-O2-Kraftwerks in der Metropolregion Nordwest. Im Alltag sind solche Ansätze noch gänzlich unsichtbar, aber sie bilden eine Basis für eine zukunftsfähige Wasserstoffwirtschaft und die Transformation der Energiesysteme. Es ist die Zusammenarbeit, die den Unterschied macht! Was hier passiert, funktioniert nur, weil es gemeinsam geschaffen wird. Keine Region allein könnte diese Entwicklung tragen. Gemeinsame Ideen und der Schulterschluss sind ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung und Umsetzung zum Beispiel von Projekten. „Im Nordwesten entsteht Wasserstoffwirtschaft nicht im Alleingang, sondern durch Zusammenarbeit. Genau diese Verbindung aus Innovation, Infrastruktur und regionalem Schulterschluss macht unsere Region zu einem starken Zukunftsstandort“, betont Nicola Illing, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest. Und wie geht es weiter? Die Reise hat gerade erst begonnen. Es gibt Projekte, die in der Planung sind, andere werden bereits umgesetzt. Und dann gibt es da noch die ganz „verrückten“ Ansätze, die noch in den Köpfen kreisen. Was dabei klar wird: Der Nordwesten denkt Wasserstoff nicht in einzelnen Ideen, sondern als System. Wie das konkret aussieht? Im nächsten Beitrag schauen wir ins Emsland. Dorthin, wo ein anerkanntes Hydrogen Valley die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette im Blick behält. Die drei Blogbeiträge finden Sie hier: Warum der Nordwesten beim Wasserstoff vorne ist Das Emsland und die Wasserstoff-Zukunft zum Anfassen: Hier wird aus Idee Realität Wo der Wind zur Zukunft wird: H2-Ostfriesland und der Anfang einer Wasserstoff-Reise Neugierig geworden? Wenn du tiefer einsteigen möchtest: Die #WOCHE DES WASSERSTOFFS zeigt jedes Jahr, wie vielfältig das Thema Wasserstoff ist – auch im Norden. Eine der Veranstaltungen ist: WiRe goes Berlin! am 22. und 23. Juni in Berlin. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit der Unterstützung von Nicola Illing und Dr. Janka Wagner (beide Metropolregion Nordwest), Dr. Tim Husmann und Esther Gebert (beide H2-Region Emsland) sowie Birte Ricklefs (H2-Region Ostfriesland). Mehr Infos und Aktuelles gibt es auf den Websites der drei Regionen (im Text bereits verlinkt) und bei LinkedIn: Metropolregion Nordwest, H2-Region Emsland, Landkreis Aurich.
- Das Emsland und die Wasserstoff-Zukunft zum Anfassen: Hier wird aus Idee Realität
„Hydrogen Valley“ klingt ein bisschen nach Science Fiction. Nach futuristischen Städten, blinkenden Leitständen und komplizierter Technik. Im Emsland bedeutet es vor allem eins: machen. Denn während andernorts noch diskutiert wird, wird hier bereits gebaut, getestet und umgesetzt. Genau das macht das Hydrogen Valley Emsland so spannend. Wasserstoff ist hier kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern Teil einer Entwicklung, die sichtbar wird. Zum Beispiel dann, wenn neue Infrastruktur entsteht und Anlagen in Betrieb gehen. Und manchmal wird diese Entwicklung sogar hörbar, oder genauer gesagt: durch mehr Ruhe bemerkbar, etwa wenn Sperrmüllfahrzeuge nahezu lautlos unterwegs sind. Das Emsland: anpacken statt abwarten Das Emsland gehört zu den Regionen in Deutschland, die beim Thema Wasserstoff früh gesagt haben: „Dann legen wir mal los.“ Seit 2020 hat das Wasserstoff-Netzwerk H2-Region Emsland sogar eine eigene Geschäftsstelle im Herzen der Wasserstoffmetropole Lingen. Warum gerade hier im Emsland? Dafür gibt es mehrere Gründe: viel Erfahrung im Bereich Energie und Industrie Unternehmen, die Neues ausprobieren wollen Platz für Infrastruktur und große Projekte Menschen, die eher machen als lange reden Das Ergebnis: Die Region entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem wichtigen Baustein der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und darüber hinaus, weswegen das Emsland inzwischen auch als „EU-Hydrogen Valley“ ausgezeichnet wurde: als Region, die die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette heute schon abbildet. Oder einfacher ausgedrückt: Hier wird Wasserstoff ganzheitlich gedacht – von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis hin zur Nutzung. Wasserstoff im echten Leben Die spannende Frage lautet ja nicht: Kann Wasserstoff funktionieren? Die Frage lautet: Wo begegnet er uns eigentlich? Im Emsland gibt es darauf schon heute einige Antworten. Wasserstoff kann beispielsweise: Industrieprozesse klimafreundlicher machen schwere Fahrzeuge antreiben Energie speicherbar machen Regionen wirtschaftlich stärken Aus einem abstrakten Thema wird damit etwas ziemlich Konkretes: Denn hinter Wasserstoff stehen nicht nur Leitungen, Anlagen und Technik, sondern auch Arbeitsplätze ebenso wie Unternehmen, Forschung, regionale Entwicklung und die Frage, wie Energieversorgung künftig funktionieren kann. Teil eines größeren Ganzen Das Emsland treibt diese Entwicklung nicht allein voran. Vielmehr entsteht sie im Zusammenspiel mit anderen Regionen und Netzwerken im Nordwesten. Während in Ostfriesland erneuerbare Energie – insbesondere aus Windkraft – eine zentrale Rolle spielt, unterstützt die Metropolregion Nordwest die Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren und den Austausch über regionale Grenzen hinweg. Bildhaft formuliert: Der Wind von der Küste trifft im Emsland auf Industrie, Ideen und Umsetzungskraft. Genau dieses Zusammenspiel macht den Nordwesten derzeit so interessant. Amprion Grundsteinlegung Und wie sieht das konkret aus? Ein gutes Beispiel sind die Offshore-Netzanbindungen DolWin 4/BorWin4 von Amprion. Die dazugehörige Konverterstation wird in Lingen gebaut. Hier zeigt sich sehr konkret, was es heißt, wenn der Wind von der Küste im Emsland auf Umsetzungskraft trifft: Erneuerbare Energie braucht leistungsfähige Infrastruktur, damit aus Erzeugung auch Nutzung werden kann. Im Emsland entstehen derzeit große Elektrolysekapazitäten. Die Projekte von bp und RWE bringen zusammen bis zu 400 MW auf den Weg: bp baut in Lingen im Rahmen von GET H2 einen 100-MW-Elektrolyseur, RWE plant dort insgesamt 300-MW Leistung. Solche Anlagen sind ein zentraler Baustein der Wasserstoffwirtschaft, weil sie mithilfe von grünem Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten. So wird aus erneuerbarer Energie ein speicherbarer Energieträger, der sich in Industrie, Mobilität und weiteren Anwendungen nutzen lässt. bp hydrogen factory Ein weiteres Beispiel ist die Umrüstung von Dieselmotoren auf Wasserstoffbetrieb bei Bücker + Essing. Gemeinsam mit Keyou wird daran gearbeitet, Wasserstoffmotoren für Nutzfahrzeuge auf die Straße zu bringen. Das zeigt, dass Wasserstoff nicht nur beim Aufbau neuer Infrastruktur eine Rolle spielt, sondern auch dort, wo bestehende Technik weiterentwickelt und für klimafreundlichere Anwendungen genutzt werden kann. Partnerschaft KEYOU - Bücker-Essing Dass Wasserstoff nicht nur in Industrieanlagen oder Infrastrukturprojekten eine Rolle spielt, zeigt das LAUTFEUER-Festival in Lingen. Dort wird seit mehreren Jahren grüner Wasserstoff für die Stromversorgung eingesetzt. 2024 konnte der Strombedarf der beiden Bühnen mithilfe einer Brennstoffzelle und eines Batteriespeichers gedeckt werden. @LAUTFEUER_Tina Poppenborg @LAUTFEUER_Erik Mersmann Wie sich Wasserstoff im Alltag bemerkbar macht, zeigt auch ein wasserstoffbetriebenes Sperrmüllsammelfahrzeug im Emsland. Der Unterschied ist nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören. Denn sowohl das Fahrzeug als auch die Presse laufen mit Wasserstoff und arbeiten deutlich leiser. Wo früher Lärm und Abgase zum Alltag gehörten, ist heute vor allem noch der Moment zu hören, in dem die Presse sperrigen Abfall verdichtet. Genau solche Beispiele machen aus einem Zukunftsthema etwas ganz Konkretes. Mitfahrt Abfallsammelfahrzeug Und genau darin liegt die Stärke der Region: Wasserstoff nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern praktisch sichtbar zu machen. Wir müssen Zukunft nicht erfinden – wir müssen sie umsetzen. „Das Emsland beweist: Wasserstoff ist längst mehr als ein Zukunftsversprechen. Entscheidend ist, Projekte mutig anzugehen und umzusetzen, regionale Stärken zu verbinden und konkrete, marktfähige Anwendungen zu realisieren.“ Vanessa Böhle, Projektmanagerin der H2-Region Emsland Und wie geht es weiter? Die kurze Antwort? Mit ziemlich viel Bewegung. Viele Projekte stehen noch am Anfang. Andere wachsen gerade. Wieder andere existieren bisher vielleicht nur auf Skizzen oder auf Whiteboards. Aber genau so entstehen Zukunftsregionen. Das Emsland zeigt dabei etwas Wichtiges: Transformation funktioniert nicht nur in Großstädten oder Forschungslaboren. Sie funktioniert auch dort, wo Menschen pragmatisch zusammenarbeiten und Lust haben, neue Wege auszuprobieren. Und manchmal beginnt genau dort etwas, das später weit über eine Region hinaus Bedeutung bekommt. Abfallsammelfahrzeug Im nächsten Beitrag geht es weiter Richtung Küste – dorthin, wo aus Windenergie Wasserstoff werden kann. Die drei Blogbeiträge finden Sie hier: Warum der Nordwesten beim Wasserstoff vorne ist Das Emsland und die Wasserstoff-Zukunft zum Anfassen: Hier wird aus Idee Realität Wo der Wind zur Zukunft wird: H2-Ostfriesland und der Anfang einer Wasserstoff-Reise Neugierig geworden? Die #WOCHE DES WASSERSTOFFS zeigt jedes Jahr, wie vielfältig Wasserstoff gedacht und umgesetzt wird – auch im Nordwesten Deutschlands. Eine der Veranstaltungen ist: WiRe goes Berlin! am 22. und 23. Juni in Berlin. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit der Unterstützung von Melanie Büld, Esther Gebert und Dr. Tim Husmann (alle H2-Region Emsland), Nicola Illing und Dr. Janka Wagner (beide Metropolregion Nordwest) sowie Birte Ricklefs (H2-Region Ostfriesland). Mehr Infos und Aktuelles gibt es auf den Websites der drei Regionen (im Text bereits verlinkt) und bei LinkedIn: Metropolregion Nordwest, H2-Region Emsland, Landkreis Aurich.
- Rüsselsheim im Wandel: Wasserstoff-Standort der Zukunft
H2 Sektoren | ©LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH Bei Rüsselsheim am Main denkt man vermutlich zuerst an Autos, Industrie und Montagehallen. Rüsselsheim ist eine Stadt, die vor allem durch Opel über 160 Jahre lang geprägt wurde von Innovation, Produktion und Mobilität. Genau das ist der Grund, warum hier heute intensiv über Wasserstoff gesprochen wird. Städte mit industrieller Geschichte wissen meist sehr genau, was Veränderung bedeutet. Und sie wissen auch, dass Zukunft nicht einfach passiert. Man muss anfangen, sie mitzudenken. Genau das passiert in Rüsselsheim gerade. Opelturm, Stadt Rüsselsheim am Main | ©Katharina Dubno Die Stadt positioniert sich zunehmend als möglicher Wasserstoffstandort im Rhein-Main-Gebiet. Dafür stellt sie eine klare Frage: Was braucht es eigentlich, damit Wasserstoff in einer Region wirklich funktionieren kann? Die Antwort darauf ist komplex. In Rüsselsheim scheinen einige der wichtigsten Bausteine bereits zusammenzukommen. Ein Wasserstoff-Standort braucht mehr als gute Ideen Ein Wasserstoffstandort entsteht nicht einfach dadurch, dass irgendwo eine freie Fläche vorhanden ist. Ein Wasserstoffstandort braucht Infrastruktur, Forschung, Industrie, Fachkräfte, Energieversorgung, und Unternehmen, die Anwendungen entwickeln. Und er braucht Menschen, die bereit sind, Transformation nicht nur zu diskutieren, sondern aktiv anzugehen. Mainvorland, Stadt Rüsselsheim am Main | ©Frank Hüter Rüsselsheim bringt davon überraschend viel mit: Lage und Infrastruktur, Flächen, industrielle und technologische Kompetenz sowie Forschungseinrichtungen. Die Stadt liegt inmitten in der Metropolregion FrankfurtRheinMain - einer der dynamischsten Wirtschaftsregionen Deutschlands - in direkter Nähe zum geplanten Wasserstoffkernnetz. Die Stadt punktet mit exzellenter Anbindung an den Flughafen Frankfurt, Autobahnen, Schiene und einen eigenen Hafenzugang. Zudem bieten vorhandene Entwicklungs- und Konversionsflächen, Unternehmen, Fachkräfte sowie Forschungseinrichtungen vor Ort für Investoren, Entwickler und Unternehmen ein attraktives Umfeld für Wachstum. H2 Kernnetz 2032 | @FNB Gas und Canva Mit der Hochschule RheinMain verfügt Rüsselsheim bereits heute über Wasserstoffkompetenz vor Ort. Im eigenen Wasserstofflabor wird anwendungsnah geforscht, etwa zu Brennstoffzellentechnologie, Energiespeicherung, Messverfahren oder Komponentenprüfung. Mit dem Start-up Archigas ist in Rüsselsheim bereits technologische Kompetenz im Bereich Messtechnik und Analyseverfahren vor Ort. Gerade solche spezialisierten Kompetenzen könnten künftig ein wichtiger Teil regionaler Wasserstoff-Ökosysteme werden. Das macht den Standort nicht nur für klassische Industrieunternehmen interessant, sondern auch für Start-ups, Forschungseinrichtungen, Projektentwickler:innen und Unternehmen. Eine Stadt mit industrieller DNA im Transformationsprozess Rüsselsheim ist geprägt durch technologische Entwicklung, industrielle Produktion und Fachkompetenz. Heute steht die Stadt, wie viele andere Industriestandorte, vor der Frage, wie diese Kompetenzen nachhaltig in die Zukunft überführt werden können. Rüsselsheim verfolgt dabei einen glaubwürdigen Ansatz: Die industrielle DNA der Stadt bleibt weiterhin sichtbar. Wasserstoff spielt dabei in der strategischen Ausrichtung eine wichtige Rolle, als möglicher Baustein für industrielle Transformation, Energiespeicherung, neue Wertschöpfung und technologische Innovation - als Bindeglied für bestehende Branchen und Wirtschaftszweige in Rüsselsheim und der Region. H2 Sektoren | ©LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH Rüsselsheim ist noch kein fertiger Wasserstoffstandort. Genau deshalb ist die Entwicklung gerade so spannend. Viele Themen befinden sich im Aufbau und in der Planung; Infrastruktur braucht Zeit; Entscheidungen müssen getroffen werden; Projekte müssen wachsen und Netzwerke aufgebaut werden. Noch sind Fragen offen: etwa beim Ausbau der künftigen Energieversorgung, bei der Infrastruktur und den Netzen. Aber die Richtung ist sichtbar. Die Stadt denkt Wasserstoff inzwischen nicht mehr nur als abstrakte Zukunftstechnologie, sondern zunehmend als Teil einer möglichen wirtschaftlichen Perspektive. Claudia C. Gotz, Leiterin der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung, drückt es wie folgt aus: „Transformation gelingt dort am besten, wo Forschung, Industrie und Praxis eng zusammenarbeiten. Wasserstoff ist für uns kein Zukunftsthema für irgendwann. Wir wollen heute die Voraussetzungen schaffen, damit morgen neue Wertschöpfung entstehen kann.“ Vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem entschieden wird, welche Städte künftig zu den Gewinnern industrieller Transformation gehören. Und vielleicht gehört Rüsselsheim dazu. Denn Wasserstoff entsteht nicht nur in Laboren oder politischen Strategien, sondern dort, wo Städte anfangen, Zukunft weiterzudenken. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Jeanette Kehrein und Dustin Metz, beide Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung der Stadt Rüsselsheim. Fotopoint am Main | ©Stadt Rüsselsheim am Main
- Hydrogen Lab Leuna
Testen und Validieren von Wasserstoffelektrolysesystemen im industriellen Maßstab Hydrogen Lab Fraunhofer IWES | ©Till Schuster Die Produktion von grünem Wasserstoff wird ein Schlüsselelement der Energiewende sein. Um der wachsenden Nachfrage in den kommenden Jahrzehnten gerecht zu werden, müssen die Produktionskapazitäten in Europa massiv ausgebaut werden. Wie kann aber vorab sichergestellt werden, dass Wasserstoffsysteme sicher, effizient und zuverlässig betrieben werden können? Und das bevor sie an den finalen Produktionsstandorten eingesetzt werden und dort möglicherweise hohe Folgekosten verursachen? Wie kann die tatsächliche Effizienz unabhängig überprüft werden? Bevor wir darauf eingehen, was das Hydrogen Lab Leuna (HLL) aktiv anbietet, ein kurzer Hinweis auf die Veranstaltung, die passend dazu im Rahmen der #WDW2026 stattfindet. ________________________________ "Hydrogen Lab Leuna – Führung durch die H2-Testinfrastruktur" ist der Titel der Veranstaltung, die das Team vom Fraunhofer IWES (Partner der Lernallianz H2HUB in Sachsen Anhalt) am 24. Juni in Leuna durchführt. Gestartet wird um 13 Uhr. Alle Details zur Veranstaltung finden Sie hier. ________________________________ Das Hydrogen Lab Leuna (HLL) bietet der Industrie, Projektentwicklern und Betreibern eine skalierbare Test- und Validierungsinfrastruktur mit Pipelineanschluss, die detaillierte Untersuchungen von großskaligen Systemtests im Megawattbereich bis hin zu einzelner Elektrolysestacks und Stackkomponenten ermöglicht. Außentestplätze: Megawattbetrieb unter industriellen Randbedingungen Am HLL stehen aktuell drei flexibel nutzbare Testplätze im Außenbereich für Elektrolyseure bzw. (Wasserstoff-)anlagen bis 5 MW, eine weitere Power-To-X Testfläche, sowie ein 2-MW-Elektrolysestack-Teststand zur Verfügung. Die Testflächen sind für den längerfristigen Betrieb ausgelegt und erlauben es, Systeme über Wochen oder Monate hinweg 24/7 unter realen Randbedingungen zu untersuchen. Im Fokus dieser Testplätze steht die Analyse des kontinuierlichen Betriebs komplexer Anlagen. Im Megawatt-Maßstab lassen sich Aussagen zur Effizienz, Langzeitstabilität, Zuverlässigkeit des Systems und dessen Komponenten sowie deren Zusammenspiels treffen. Auch dynamische Betriebsweisen, etwa bei schwankender Leistungsversorgung, können hier abgebildet und bewertet werden. Durch die Einbettung in den Chemiestandort Leuna ist die Anbindung an das Pipelinesystem des lokalen Stoffverbundes gegeben, sodass eine zuverlässige, einfache und großvolumige Medienversorgung der Anlagen gewährleistet ist. Wasserstoffsysteme und Power-To-X-Anlagen werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Kontext realer industrieller Infrastruktur betrieben. So lassen sich Fragestellungen der Defossilisierung industrieller Prozesse unter praxisnahen Bedingungen untersuchen. Außenansicht 46 kW-Teststände im Technik | ©Fraunhofer IWES Technikum: Systemtests im Kilowattbereich Im Technikum des HLL stehen Elektrolysestack-Teststände von ca. 3 kW bis 46 kW zur Verfügung. Diese Ebene dient insbesondere der Überführung von Laborerkenntnissen in den Systembetrieb und der gezielten Untersuchung einzelner Stacks unter definierten, aber praxisnahen Bedingungen. Weiterhin dienen diese Teststände der Entwicklung und Validierung geeigneter Messkonzepte zur genauen präzisen und schnellen Charakterisierung der einzelnen Komponenten in einem Elektrolysestack. Dazu zählen z.B. die Kombination in Rainbow-Stacks, die Validierung und Optimierung von beschleunigten Stresstest-Protokollen, als auch die Entwicklung von effizienten und ökonomischen Versuchsreihen. An den Stack‑Testständen können Effizienz‑Tests durchgeführt werden, bei denen sich Betriebsparameter, wie u.a. Temperatur, Druck und elektrische Last, gezielt einstellen und variieren lassen. Bei längeren Testkampagnen über mehrere Monate ist es zudem möglich, Alterungs- und Degradationseffekte zu beobachten und quantitativ auszuwerten. Diese Tests liefern belastbare Daten zum Betriebsverhalten von Stacks und bilden eine wichtige Grundlage für die Bewertung von Effizienz, Stabilität und Lebensdauer. Industriepartnern bietet das die Möglichkeit, Systeme vor dem Übergang in größere Leistungsklassen technisch einzuordnen, Design- und Betriebskonzepte abzusichern. Labor: Analytische Methoden und Detailverständnis Die Bestimmung der wichtigsten Materialeigenschaften, wie z.B. die Gaspermeabilität und die ionische Leitfähigkeit von ionenleitenden Membranen, unter den Bedingungen der Elektrolyse leisten einen wesentlichen Beitrag zum besseren Verständnis der Elektrolyse und zur Vorhersage des Verhaltens von Materialien. Deshalb stehen ergänzend zu den systemnahen Tests im Technikum und im Außenbereich im HLL analytische Laborinfrastrukturen zur Verfügung. Auf dieser Ebene führen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler elektrochemische als auch fluid- und gasanalytische Untersuchungen durch, die ein detailliertes Verständnis der zugrunde liegenden Prozesse ermöglichen. Die Laboranalytik dient der Einordnung von Messergebnissen aus dem Systembetrieb, der gezielten Untersuchung einzelner Effekte sowie der Entwicklung und Validierung von Mess‑ und Auswertungsmethoden. Sie bildet damit die wissenschaftliche Basis für weiterführende Tests im Kilowatt- und Megawattmaßstab. Datenauswertung, Modellierung und Systemeinordnung Eine umfassende Datenerfassung und -auswertung begleitet alle Testebenen. Die gewonnenen Messdaten fließen in Auswertungen, Modellierungen, Simulationen und Versuchsplanung ein, mit denen sich Betriebsszenarien vergleichen, Designoptionen bewerten und Optimierungspotenziale ableiten lassen. Dazu wurde am Fraunhofer IWES eine eigene systemübergreifende Datenbank (H2Labs) entwickelt und angelegt, die effektiv Messdaten, Messparametern und Metadaten kombiniert und analysiert. Damit können industrielle relevante Aussagen genauer, zielgerichteter und wirtschaftlicher gewonnen werden. Von der Fragestellung zum passenden Testaufbau Der Einstieg in ein Testvorhaben erfolgt in der Regel über eine konkrete technische Fragestellung, etwa zur Effizienz, Degradation, Dynamik oder anderen relevanten Zielgrößen. Auf dieser Basis wird gemeinsam geprüft, ob Tests im Labor, im Technikum oder im Megawattbereich sinnvoll sind und wie sich das Vorhaben am Standort Leuna umsetzen lässt. Ein durchgängiges Testangebot von MW bis kW Das Hydrogen Lab Leuna verbindet großskalige Außentestplätze, Technikumsinfrastruktur und Laboranalytik zu einem durchgängigen Testangebot. Für Industrie und Projektentwickler entsteht so eine Umgebung, in der Elektrolyseure und Wasserstoffsysteme schrittweise untersucht, validiert und weiterentwickelt werden können – vom Megawattbetrieb unter industriellen Randbedingungen bis zur detaillierten Analyse einzelner Stacks. Ein Überblick über Forschungsprojekte am HLL: DELYCIOUS DIAMOND HollowEL HySecunda H2Giga (abgeschlossen) H2Mare (abgeschlossen) H2Smore Leuna 100 _____________________________________________________________________ Autor dieses Beitrags ist Dr.-Ing. Johannes Höflinger, Gruppenleiter Hydrogen Labs Leuna und Görlitz, Fraunhofer IWES.
- Wenn Bürger Wasserstoff machen
©Grenzland Bürgerenergie Wer einmal durch Nordfriesland gefahren ist, kennt das Bild: Weite Landschaften, frische Brise und Windräder, die sich ruhig am Himmel drehen. Wind gibt es hier reichlich. Strom manchmal sogar mehr, als das Netz aufnehmen kann. Genau hier beginnt eine spannende Geschichte. Eine Geschichte über Menschen, die sich gedacht haben: Warum nutzen wir diese Energie nicht einfach selbst weiter? So entstand die Grenzland Bürgerenergie eG – eine Genossenschaft aus Schleswig-Holstein, in der Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Energieprojekte entwickeln. Das Besondere: Hier geht es nicht nur um Strom aus Wind und Sonne, sondern auch um grünen Wasserstoff. Klick auf das Bild um das Vorstellungsvideo "Grenzland Bürgerenergie" zu sehen. Bürgerenergie – Energiewende mit vielen Köpfen Eine Genossenschaft funktioniert ein bisschen wie eine große Gemeinschaftsidee: Viele Menschen beteiligen sich, investieren gemeinsam und entscheiden mit. Bei der Grenzland Bürgerenergie bedeutet das: Jede Person über 18 Jahren aus Schleswig-Holstein kann Mitglied werden. Damit wird die Energiewende plötzlich sehr konkret – und sehr regional. „Die Energiewende funktioniert am besten, wenn Menschen vor Ort sie mitgestalten können“, sagt Reinhard Christiansen von der Grenzland Bürgerenergie eG. Aus vielen einzelnen Mitgliedern entsteht so eine starke Gemeinschaft, die gemeinsam an der Energiezukunft arbeitet. Wenn Wind und Sonne zu Wasserstoff werden Nordfriesland ist ein echtes Kraftzentrum für erneuerbare Energie. Windparks und Solaranlagen erzeugen hier große Mengen Strom. Manchmal sogar mehr, als gerade gebraucht wird. ©Grenzland Bürgerenergie Statt diese Energie ungenutzt zu lassen, wird sie bei der Grenzland Bürgerenergie in Wasserstoff umgewandelt. Das passiert durch ein Verfahren namens Elektrolyse. Dabei wird Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt. Der Wasserstoff kann anschließend gespeichert und später genutzt werden – zum Beispiel für Industrie, Mobilität oder Energieversorgung. Das Besondere dabei: Der Wasserstoff ist zu 100 % grün. Klick auf das Bild um das Video zur Wasserstofftankstelle in Westre zu sehen „Unser Wasserstoff entsteht ausschließlich aus unserem eigenen erneuerbaren Strom“, erklärt Reinhard Christiansen. „Damit bleibt die Energie wirklich klimafreundlich.“ Zukunftstechnologie trifft Bürgerenergie Wasserstoff wird oft mit großen Industrieprojekten verbunden. Mit riesigen Anlagen und internationalen Energieplänen. Das Projekt in Nordfriesland zeigt jedoch: Auch Bürger können Teil dieser Zukunftstechnologie sein. Weiterleitung zur Projektseite durch einen Klick auf das Bild. Genossenschaften wie die Grenzland Bürgerenergie verbinden zwei wichtige Ideen der Energiewende: regionale Beteiligung innovative Technologie „Wasserstoff ist nicht nur ein Thema für Industrie und Politik“, sagt Reinhard Christiansen. „Auch Regionen können hier aktiv Zukunft gestalten.“ Die Energiewende beginnt vor der Haustür Die Energiewende wirkt manchmal wie ein großes, abstraktes Projekt. Doch Projekte wie dieses zeigen: Sie beginnt oft ganz lokal. Dort, wo Menschen zusammenkommen, Ideen entwickeln und Verantwortung übernehmen. Oder anders gesagt: Wenn Wind, Sonne und engagierte Bürgerinnen und Bürger zusammenarbeiten, entsteht mehr als nur Energie. Es entsteht Zukunft aus der Region. "Wasserstoff - Sauber in die Zukunft" - das ist der Titel der Veranstaltung, die das Team von Grenzland Bürgerenergie am 24. Juni im Rahmen der WOCHE DES WASSERSTOFFS in Westre durchführen. Gestartet wird um 13 Uhr. Alle Details zur Veranstaltung finden Sie hier. Grenzland Bürgerenergie freut sich über viele Wissbegierige, zukünftige Mitmacher:innen und Gäste von nah und fern. Wichtig: Anmelden nicht vergessen. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Vera Ebsen und Reinhard Christiansen, beide Grenzland Bürgerenergie eG.
- Mehr Frauen. Mehr Energie. Mehr Zukunft.
Ein Netzwerk, das engagierte Frauen zusammenbringt. Wer gestaltet eigentlich unsere Energie von morgen? Und noch wichtiger: Wer sitzt mit am Tisch, wenn über diese Zukunft entschieden wird? Die Antwort darauf ist noch immer: zu oft die gleichen (männlichen) Perspektiven. Und genau hier setzt women of new energies, kurz: w.one, an. „Wenn wir die Zukunft der Energie neu denken, sollten wir auch neu darüber nachdenken, wer sie gestaltet.“ Iva Jukic, Vizepräsidentin von women of new energies Was ist bzw. wer sind w.one, die women of new energies? w.one ist ein Netzwerk für Frauen in der Energiebranche, also für Menschen, die die Energiezukunft aktiv mitgestalten und sich gegenseitig dabei unterstützen wollen und können. Für sie, wie für viele andere Menschen, ist die Energiewende nicht nur eine technische Aufgabe, sondern auch eine gesellschaftliche. Und für die erfolgreiche Umsetzung braucht es neue Ideen, unterschiedliche Blickwinkel und mehr Vielfalt in Entscheidungen. Die Energiebranche verändert sich gerade massiv. Neben erneuerbaren Energien und neuen Technologien geht es dabei natürlich auch um Wasserstoff. Aber wer gestaltet diesen Wandel? Oder anders gefragt: Wie innovativ kann eine Zukunft sein, wenn sie nur von wenigen gestaltet wird? Viele Studien zeigen, dass Teams mit unterschiedlichen Perspektiven bessere Entscheidungen treffen. Das bedeutet konkret: Mehr Vielfalt = bessere Lösungen. w.one & die WOCHE DES WASSERSTOFFS – ein perfekter Match?! Die WOCHE DES WASSERSTOFFS bringt Menschen zusammen, die an der Energie von morgen arbeiten. w.one bringt Menschen zusammen, die diese Zukunft vielfältiger machen. Gemeinsam entsteht daraus etwas Entscheidendes: Eine Energiewende, die nicht nur technisch funktioniert, sondern auch gesellschaftlich trägt. Was sieht die konkrete Arbeit von w.one aus? Das Netzwerk lebt vom Austausch. Typische Aktivitäten sind zum Beispiel: – Veranstaltungen, wie Netzwerk-Meetings – Sichtbarkeit für Frauen in der Branche, online und vor Ort – gegenseitige Unterstützung und Mentoring – Diskussionen zu aktuellen Energiethemen Besonders wichtig ist, dass w.one Frauen in der Energiebranche sichtbarer macht. Denn Sichtbarkeit schafft Vorbilder, Mut und neue Wege. Mitmachen? Unbedingt. Du arbeitest in der Energiebranche? Du interessierst dich für Themen wie Wasserstoff oder erneuerbare Energien? Dann lohnt es sich auf jeden Fall, w.one genauer zu betrachten. Teil der women of new energies kann sein, indem man 👉 w.one auf LinkedIn oder Instagram folgt 👉 w.one-Veranstaltungen besucht (zur Übersicht geht's hier: w.one-Veranstaltungen) und 👉 dem Netzwerk beitritt: "Oh ja, ich will dabei sein" Schreibt dafür gerne eine Email an info@womenofnewenergies.de. Denn manchmal beginnt Veränderung genau damit: einem ersten Kontakt. Fazit Was wäre, wenn wir die Energiewende nicht nur neu denken, sondern auch neu besetzen? w.one zeigt, wie das gehen kann und verdeutlicht, dass die Energie von morgen mehr ist als Technik: Sie ist Teamarbeit. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung von Antonia Pohlmann und Liane Otto, die beide u.a. die women of new energies tatkräftig unterstützen.
- Wasserstoff braucht keine Küste
ThEGA-Forum | ©ThEGA @Stephan Schwarz Wenn in Deutschland über Wasserstoff gesprochen wird, fallen oft zuerst Namen wie Hamburg, Wilhelmshaven oder das Ruhrgebiet. Große Häfen mit starker Industrie, die eher mal Schlagzeilen machen. Wie oft sprechen wir von Thüringen? Eher selten. Vielleicht ist genau das ein Fehler. Denn Wasserstoff entsteht nicht nur dort, wo riesige Pipelines verlaufen oder Containerterminals stehen, sondern auch dort, wo Menschen anfangen, gemeinsam Zukunft zu organisieren. Und genau das passiert in Thüringen gerade ziemlich konsequent. Nicht laut, nicht an einen Hype gekoppelt, aber mit klarer Richtung. Bosch Eisenach | ©Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH Mit der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) und der Thüringer Allianz für Wasserstoff in der Industrie (ThAWI) gibt es im Freistaat Akteur:innen, die Wasserstoff nicht als kurzfristigen Trend verstehen, sondern als Teil einer langfristigen industriellen und gesellschaftlichen Entwicklung. Kurz: Thüringen denkt Wasserstoff weiter. "Thüringen ist auf einem sehr guten Weg, wichtigen Interessenten Wasserstoff bereitzustellen." Tilo Kummer, Thüringer Minister für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten. Wasserstoff beginnt nicht erst an der Tankstelle Wer beim Thema Wasserstoff sofort an Autos oder Raketen denkt, greift oft zu kurz. Denn Wasserstoff betrifft viel mehr: Industrieprozesse, Energieversorgung, Speicherung, Infrastruktur, Versorgungssicherheit – und am Ende die Frage, wie Regionen künftig wirtschaftlich stark bleiben können. Stahlwerk Thüringen | ©ThEGA @GECKO.1 GmbH Gerade für Industriestandorte wird das zunehmend relevant. Viele Unternehmen stehen vor großen Veränderungen: Energiepreise, Klimaziele, neue Anforderungen an Produktion und Lieferketten. Gleichzeitig gibt es viele offene Fragen:Welche Technologien setzen sich durch? Welche Infrastruktur wird benötigt? Wie gelingt Transformation wirtschaftlich sinnvoll? Stahlwerk Thüringen | ©ThEGA @GECKO.1 GmbH Genau an dieser Stelle werden Netzwerke wichtig. Die ThEGA zum Beispiel übernimmt dabei eine Rolle, die man vielleicht am besten so beschreiben kann:Sie bringt Menschen, Ideen und Möglichkeiten zusammen. Nicht als reine „Informationsstelle“, sondern als Übersetzerin zwischen Strategie, Praxis, Unternehmen, Politik und Zukunftsfragen. ThEGA-Forum | ©ThEGA @Christopher Schmid Das ist gar nicht so abstrakt, wie es eventuell im ersten Moment klingt. Denn Transformation beginnt oft erstaunlich unspektakulär: mit Gesprächen, Kooperationen und Menschen, die bereit sind, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Keiner transformiert allein Vielleicht ist das – „Keiner transformiert allein“ – die wichtigste Botschaft hinter der Thüringer Allianz für Wasserstoff in der Industrie – kurz ThAWI. Denn so faszinierend Wasserstofftechnologien auch sind: Keine Region entwickelt eine Wasserstoffwirtschaft im Alleingang. Kein Unternehmen löst die Herausforderungen allein. Und kein Industriebetrieb kann dauerhaft nur auf sich selbst schauen. Die ThAWI setzt deshalb auf Vernetzung. Unternehmen, Forschung, Politik und weitere Akteur:innen kommen zusammen, tauschen Erfahrungen aus, diskutieren Herausforderungen und suchen gemeinsame Wege nach vorne. Das wirkt weniger spektakulär als große Einzelprojekte oder Milliardeninvestitionen, ist aber vermutlich einer der wichtigsten Bausteine überhaupt. Denn Innovation entsteht oft dort, wo Wissen geteilt wird. „Wir sind überzeugt, dass eine bezahlbare und erfolgreiche Energiewende sowie das Erreichen der gesteckten Klimaziele nur mit dem Einsatz insbesondere grünen Wasserstoffs gelingen kann.“ Dr. Katharina Großmann, Ferngas Netzgesellschaft mbH & TH2ECO Projektleitung. Gerade Thüringen bringt dafür interessante Voraussetzungen mit: eine starke Industrielandschaft, viele mittelständische Unternehmen, kurze Wege und eine Kultur, die häufig eher lösungsorientiert als laut daherkommt. Vielleicht liegt genau darin eine Stärke!? Gewerbegebiet Arnstadt | ©Adobe Stock @Sebastian Köhler Sichtbarkeit ist kein Nebenthema Ein weiterer spannender Punkt: Die ThEGA und die ThAWI sind Medienpartnerinnen der WOCHE DES WASSERSTOFFS (#WDW2026). Sie organisieren dabei zwar keine eigene Veranstaltung, setzen aber dennoch ein wichtiges Zeichen. Denn Sichtbarkeit ist in der Wasserstoffwelt längst kein „Zusatzthema“ mehr. Sichtbarkeit ist entscheidend. Menschen müssen erfahren, was bereits passiert. Unternehmen müssen sehen, dass sie nicht allein unterwegs sind. Regionen müssen zeigen dürfen, was sie bewegt. Aus diesen Gründen sind Netzwerke, Kommunikation und Beteiligung so wichtig. Die Unterstützung der #WDW durch ThEGA und ThAWI zeigt: Thüringen möchte nicht nur beobachten, wie sich die Wasserstoffwirtschaft entwickelt, sondern auch aktiv Teil dieser Entwicklung sein. Vielleicht nicht mit der größten Bühne; dafür aber mit einer klaren Haltung. Wasserstoff braucht keine Küste Die Energiewende verändert gerade nicht nur Technologien. Sie verändert auch Regionen, und damit die Menschen, die in den Regionen leben und arbeiten. Thüringen zeigt dabei etwas Spannendes: Man muss nicht zu den lautesten Standorten gehören, um Zukunft mitzugestalten. Manchmal reicht es, Menschen zusammenzubringen, Netzwerke aufzubauen, Wissen zugänglich zu machen und gemeinsam anzufangen. Vielleicht ist genau das die stille Wasserstoffbewegung in Thüringen. Nicht perfekt, nicht abgeschlossen, aber sichtbar entschlossen. Oder anders gesagt: Wasserstoff braucht keine Küste. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit der Unterstützung von Robert Kraft, Projektleiter Wasserstoff und Dekarbonisierung, Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA).
- Die Reise eines grünen Wasserstoff-Moleküls
Stellen wir uns vor, ein grünes Wasserstoff-Molekül könnte sprechen. Es würde vielleicht sagen: „Ich bin mit Windstrom entstanden. Ich bin sauber. Ich bin Teil der Energiewende.“ Das klingt erst mal ganz vielversprechend; aber: Können wir das überprüfen? Eine Reise, die man nicht sieht Die Reise eines Wasserstoff-Moleküls beginnt oft mit Strom, idealerweise aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Sonne. Dann folgt die Umwandlung, der Transport, die Nutzung. Diese Kette ist komplex und an unterschiedlichen Stellen kann sich entscheiden, wie nachhaltig dieser Wasserstoff wirklich ist. Das Problem ist, dass diese Reise unsichtbar ist. Wer erzählt die wahre Geschichte? Hier kommt FuelCert ins Spiel. Das Unternehmen, vertreten durch Katharina Sailer und Johan Grope, unterstützt Unternehmen bei der Dokumentation für die Zertifizierung erneuerbarer Kraft- und Brennstoffe. Ähnlich wie der Steuerberater in der Finanzwelt. Und der TÜV ist das Finanzamt. Stellen Sie sich das Wasserstoff-Zertifikat der Einfachheit halber vor wie einen Reisepass für Energie, mit notwendigen Details wie: Wo wurde der Wasserstoff erzeugt? Welche Energie wurde eingesetzt? Sind alle Schritte sauber dokumentiert? Wurden mindestens 70% Treibhausgasemissionen im Vergleich zum fossilen Counterpart eingespart? FuelCert sorgt dafür, dass diese Informationen nicht verloren gehen – und überprüfbar bleiben. Warum diese Geschichte wichtig ist! Ohne nachvollziehbare Herkunft des Wasserstoffs wird es schwierig: für Unternehmen, die verlässlich klimafreundlich produzieren wollen, für Märkte, die sich entwickeln sollen und für Menschen, die verstehen wollen, worauf sie vertrauen können. Denn Transparenz ist insbesondere bei neuen Technologien kein „Nice-to-have“, sondern eine regulatorische Anforderung, die sich sogar auf diversen CO2-Märkten sehr lukrativ erweisen kann. Bei Verwendung des zertifizierten Wasserstoffs im Verkehr lassen sich beispielsweise die Erlöse gegenüber nicht zertifiziertem Wasserstoff über das Förderinstrument der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) verdreifachen. Siehe auch: Bundestag beschließt Gesetzesnovelle zur Treibhausgasminderungs-Quote Um sicherzustellen, dass dieses wirtschaftliche Potenzial erschlossen werden kann, unterstützt FuelCert entlang der komplexen Nachweiskette – von der Zertifizierung der Produktion, der Nachweisführung im laufenden Prozess, dem THG-Quotenhandel und der Berichtserstattung beim Zoll. Vom Unsichtbaren zum Verständlichen Die Arbeit von FuelCert passiert im Hintergrund und lässt sich über Daten, Dokumentationen und in Prozessen nachvollziehen. Die Wirkung der Arbeit von FuelCert ist sehr konkret: Sie macht aus einer unsichtbaren Energie eine nachvollziehbare Geschichte. Und genau das braucht die Energiewende. #WDW: Lernen, fragen, verstehen Im Rahmen der #WDW öffnet FuelCert virtuell seine Türen und lädt am 22. Juni ab 10:00 Uhr zu dem Webinar "THG-Quote & H2-Zertifizierung: So läuft die Praxis" ein. Ein interessantes Angebot für alle, die sich bereits mit der Zertifizierung von Wasserstoff und dessen Anrechnung an die Treibhausgasminderungsquote im Verkehr beschäftigen und für alle, die beginnen möchten, diese Zusammenhänge zu verstehen. Hier können Sie sich anmelden: https://www.fuelcert.com/#webinar Fazit Grüner Wasserstoff ist mehr als ein Energieträger. Er ist ein Versprechen. Damit dieses Versprechen gehalten werden kann, braucht es Menschen und Unternehmen, die genau hinschauen. FuelCert ist eines davon. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit der Unterstützung von Katharina Sailer und Johan Grope von FuelCert. Mehr Infos und Aktuelles gibt es auf der Website (bereits oben verlinkt) und bei LinkedIn.
- Von der Idee zur Realität
Wie die Wasserstoffwirtschaft zur Normalität wird 1. Transferkongress Wasserstoff – Schlaglichter aus den Reallaboren (2023) | @Claudius Pflug Wie entsteht eigentlich Zukunft? Die ehrliche Antwort: Wir wissen es noch nicht ganz. Aber wir können anfangen, sie zu bauen. Und genau das passiert gerade: in den Reallaboren der Energiewende. Hier wird Wasserstoff nicht nur gedacht. Hier wird er produziert, gespeichert, transportiert – und genutzt. Nicht im Labor. Sondern im echten Leben. Ein Meilenstein: 12. Mai 2026 | 2. Kongress der Wasserstoff-Reallabore | Berlin Beim 2. Kongress der Wasserstoff-Reallabore werden in Berlin die Ergebnisse aus 5 Jahren Projektlaufzeit vorgestellt, es werden Erfahrungen diskutiert und nächste Schritte aufgezeigt. Im Fokus stehen die Vorreiterprojekte und zentrale Erkenntnisse aus der Projektpraxis der Reallabore. Insbesondere geht es auch darum sichtbar zu machen, was wir gelernt haben, was als Nächstes ansteht und Menschen bei Paneldiskussionen und Planspielen (u.a. zur Abnahmesicherung und Projektfinanzierung) aktiv einzubinden. Die Teilnahme ist kostenlos am Kongress ist kostenfrei; Anmeldungen sind hier möglich. Aber was sind Reallabore denn überhaupt? Erklärung in einem Satz: Reallabore sind sozusagen industrielle Testfelder für die Energiewende. Das bedeutet: Neue Technologien werden unter echten Bedingungen ausprobiert. Unternehmen und Forschung arbeiten zusammen. Lösungen werden direkt im Alltag getestet. Oder anders gesagt: Hier zeigt sich, ob eine Idee wirklich funktioniert. Beispiele: Wie wird aus erneuerbarem Strom Wasserstoff? Wie kommt er von A nach B? Und wie lässt er sich in der Industrie einsetzen? Wie können wir ihn sinnvoll speichern? Bilder vom 1. Transferkongress Wasserstoff – Schlaglichter aus den Reallaboren (2023) | @Claudius Pflug Warum das allein noch nicht reicht ... Der entscheidende Punkt dabei ist: Viele Projekte bedeuten noch kein System; denn jedes Reallabor sammelt eigene Erfahrungen. Was funktioniert gut? Wo gibt es Probleme? Was ist zu teuer? Die große Frage ist also: Wie wird aus vielen einzelnen Projekten ein gemeinsames Lernen? Ein Blick in die Praxis In ganz Deutschland entstehen Projekte, die genau das testen: Wasserstoff in der Industrie (z. B. H2Stahl, Trailblazer) Nutzung in regionalen Energiesystemen (z. B. HydroNet, Energiepark Bad Lauchstädt) Verbindung von Strom, Wärme und Mobilität (z. B. Norddeutsches Reallabor, H2 Whylen) Speicherung (z. B. RefLau, H2 CAST) Hier zeigt sich: Was heute noch komplex wirkt, kann morgen Teil unseres Alltags sein. Oder anders: Wie fühlt sich Energiewende eigentlich an, wenn sie funktioniert? Mit einem Klick zur Übersicht der Reallabore der Energiewende. Mehr als Technik: Warum das Ganze wichtig ist (in aller Kürze!) Wasserstoff spielt vor allem dort eine Rolle, wo Strom allein nicht ausreicht: in der Industrie im Schwerlastverkehr bei der Energiespeicherung Wasserstoff kann helfen, CO₂ zu reduzieren, Energie zu speichern und die Versorgung sicherer zu machen. Die Reallabore sind dafür ein entscheidender Schritt. Denn hier wird ausprobiert, was später im großen Maßstab funktionieren soll. ©Manuel Recker Die Rolle der Transferforschung: Wissen verbinden Hier kommen das Forschungskonsortium Trans4ReaL und die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ins Spiel. Im Transferprojekt „Reallabore der Energiewende – Schwerpunkt Wasserstoff“ sorgen sie dafür, dass genau das passiert: Erkenntnisse werden gesammelt Wasserstoffhochlauf: Zwischen Erwartung und Realität Projekte werden miteinander vernetzt zu den Veranstaltungen Ergebnisse werden ausgewertet und verständlich gemacht zu den Podcasts der Staffel 1 und Staffel 2 Das Ziel ist klar: Aus einzelnen Erfahrungen wird Wissen für ganz Deutschland. Denn nur so kann eine Wasserstoffwirtschaft entstehen, die wirklich funktioniert. Realitätscheck: Wo stehen wir heute? Die Erkenntnisse aus den Reallaboren sind klar und ehrlich: Wasserstoff ist vielversprechend. Aber der Weg ist noch nicht einfach. Denn: Wasserstoff ist aktuell oft noch teurer als fossile Energieträger. Und auch: Viele Regeln und Vorgaben sind noch nicht eindeutig und die Infrastruktur wird gerade erst aufgebaut. Das bedeutet: Technologie allein reicht nicht. Es braucht auch passende Rahmenbedingungen. Ausblick: Die dena, die Reallabore und Wasserstoff bei der #WDW2026 Auch bei der WOCHE DES WASSERSTOFFS 2026 wird dieses Thema eine Rolle spielen. Geplant ist ein Rückblick-Video zur Abschlussveranstaltung, mit Eindrücken aus Berlin, Stimmen aus den Reallaboren und den wichtigsten Erkenntnissen des Projekts. Der Termin wird noch bekannt gegeben.Doch eines zeigt sich schon jetzt: Die Reallabore liefern wichtige Bausteine für die Energiewelt von morgen. _____________________________________________________________________ Dieser Beitrag entstand mit der Unterstützung von Konstantin Brosch, Seniorexperte Resilienz und Lina Weber, Expertin H2-Derivate, beide Deutsche Energie-Agentur (dena). Mehr Infos und Aktuelles gibt es auf der Projekt-Website der dena und bei LinkedIn, sowie auf der Projekt-Website des Bundesministeriums für Wissenschaft und Energie.











